Grund- und Menschenrechte

 

Die Grund- und Menschenrechte sind, laut der Vereinten Nationen, aktuell in keinem Land der Welt so stark eingeschränkt wie in Nordkorea. Jährlich landet Nordkorea im internationalen Vergleich auf dem letzten Platz, was Rede- und Meinungsfreiheit, Bewegungs- und Reisefreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Recht auf Bildung u.v.m. angeht.

Presse- und Meinungsfreiheit

Alle Medien in Nordkorea, Fernsehen, Radio und Zeitungen werden ausschließlich von staatlichen Propaganda-Abteilungen herausgegeben. Der Inhalt der Berichterstattung beschränkt sich auf im Wesentlichen vier Themen: Die Errungenschaften und Weisheiten der Kim-Dynastie (inklusive zahlreicher „Ehrerbietungen“ anderer Staatsoberhäupter), das ideologische Feindbild der permanenten Bedrohung durch die „westlichen Imperialisten und ihre Marionetten“ (gemeint sind die USA und Südkorea), das Loben von Heldentaten durch treue Bürger und ein (meistens) unrealistisches Bild der Leistungen und Errungenschaften Nordkoreas.

In nahezu jeder Wohnung ist ein Radio eingerichtet, welches sich nicht ausschalten lässt (man kann es lediglich etwas leiser stellen). In Nordkorea sieht man häufig Menschen, die beim Gehen die Reden des aktuellen oder der vergangenen Führer auswendig lernen. Vielen Flüchtlingen, die ein sicheres Drittland erreicht haben, fällt es lange sehr schwer, sich in eine freie Gesellschaft einzugliedern und die permanente Indoktrination und die überall präsente Propaganda wieder aus dem Kopf zu bekommen.

Momentan hat sich in der Bevölkerung allerdings auch eine weitere (höchst illegale) Informationsquelle gebildet: Radio-Nachrichten und -Sendungen aus dem Ausland, ins Land geschmuggelte DVDs und USB-Sticks mit Südkoreanischen Filmen und Soap-Operas, Wikipedia-Artikeln usw. werden von der Bevölkerung über die Schwarzmärkte gestreut.

Nordkoreanische Zeitung

Abspielgeräte und DVDs/ USB-Sticks werden von NGOs nach Nordkorea geschmuggelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das System der Selbstkritik

Einmalig ist dabei das Systems der Selbstkritik, das Kim Il Sung entwickelte, wobei er das Modell der chinesischen Kommunisten unter Mao Tse Tung zum Vorbild nahm und weiterentwickelte. Dieser Kontrollmechanismus der Bevölkerung funktioniert auf perfide Weise besonders zuverlässig. Alle Einwohner Nordkoreas müssen festhalten, welche „Fehler“ sie selbst, ihre Mitarbeiter und Familienmitglieder begangen haben, auch gedankliche Vergehen gegen die Führung müssen festgehalten werden. Einmal pro Woche müssen diese Einträge dann bei sogenannten Selbstkritiksitzungen vorgetragen – und Familienmitglieder, Nachbar und Mitarbeiter denunziert werden. Besonders verdächtig macht sich derjenige, der nur wenig oder gar nichts zu berichten hat. Zweck dieses Systems ist es, das Mistrauen untereinander zu schüren, um so zu verhindern, dass sich gruppen von Dissidenten bilden können.

 

 

Religionsfreiheit

Fake-Andacht in Pjöngjang

Allein der Besitz einer religiösen Schrift oder der einmalige Kontakt zu einem Missionar kann die Deportation einer ganzen nordkoreanischen Familie (Sippenhaft über drei Generationen) nach sich ziehen. Nordkorea verfolgt Gläubige jeder Religion gnadenlos und mit großem Aufwand. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens hat die Staatsideologie Nordkoreas in vielen Aspekten selbst religöse Züge, zweitens hat man sich bei verschiedenen Ideologien (politischen wie religiösen) bedient, um die Nordkoreanische Staatsideologie zu konzipieren. Als Beispiel sei hier nur die Legende um die Geburt Kim Jong Ils genannt, bei der es sich quasi komplett um die Weihnachtsgeschichte handelt, neben dem neuen Stern am Himmel ist tagsüber noch ein „Doppelregenbogen“ über der einfachen Hütte erschienen und statt „drei Weisen aus dem Morgenland“ kamen drei Soldaten der Volksarmee vom Felde, um Zeuge dieses Wunders zu werden. Es wäre natürlich höchst peinlich, wenn die nordkoreanische Bevölkerung dies bemerken würde. Um Besucher aus dem Ausland zu täuschen gibt es Vorzeige-Kirchen und buddhistische Tempel, in denen Besucher an Gottesdiensten teilnehmen können. Besonders zynisch ist dabei, dass religiöse gruppen zu Gebetsreisen u.Ä. nach Nordkorea fahren, und für solche „Gottesdienste“ nicht gerade wenig Geld bezahlen – und damit das Regime stärken, das religiöse Menschen gnadenlos verfolgt.