Konzentrationslager

Arbeits- und Konzentrationslager

Es erscheint vielen Menschen verwunderlich, dass nie von einer Opposition in Nordkorea oder auch nur Kritik an der Staatsmacht berichtet wird. Bedenkt man dagegen, dass das Regime in Nordkorea das wohl repressivste der Welt ist, erschließt sich, warum dies so ist: Schon beim Verdacht auf geringste „Vergehen“ erwarten den Betroffenen und seine Familie schwerste Strafen. Meist heißt das konkret: Deportation in eines der rund 20 Lager, Folter oder sogar Hinrichtung. Auf der 12. Internationalen Konferenz zu Menschenrechten in Nordkorea der NKHR (Citizens‘ Alliance for North Korean Human Rights) in Berlin berichtete Frau Kim Hye-sook über das kaum fassbare Leid, das für die internierten Menschen in den Arbeits- und Konzentrationslagern in Nordkorea furchtbarer Alltag ist. Sie selbst wurde mit 13 Jahren in eines dieser Lager verschleppt, weil ihr Großvater nach Südkorea geflohen war, wie sie erst nach ihrer Haftstrafe erfuhr. Nach dem Grund für die Bestrafung zu fragen, wird mit der Todesstrafe geahndet. Kim berichtete von etwa 100 öffentlichen Hinrichtungen pro Jahr allein im Lager 18, in dem sie insgesamt 28 Jahre ihres Lebens verbringen musste. Insassen wurden wegen vieler Vergehen exekutiert, als Beispiel führte Kim Lebensmitteldiebstahl oder „abergläubisch sein“ an. Sie überlebte die knapp 30 Jahre im Lager und wurde 2001 durch eine Art Amnestie freigelassen. Später gelang ihr die Flucht nach China. Seit 2008 lebt sie in Südkorea und kämpft für internationales Engagement gegen die Straflager in Nordkorea. Dies ist nur möglich, da kein einziger Verwandter in Nordkorea mehr am Leben ist. Denn sonst wäre davon auszugehen, dass sich das Regime an diesen für den Einsatz von Frau Kim rächen würde.

12. Internationale Konferenz zur Menschenrechtslage und Flüchtlingsproblematik in Nordkorea, 18.06.2013 in Berlin (Foto: NKHR)