Über uns

SARAM (kor. 사람) steht für “Mensch”. Wir engagieren uns für Menschen in Nordkorea.

Seit mehreren Jahren ist die Demokratische Volksrepublik Nordkorea (DVRK) fester Bestandteil der Medien in Deutschland, bzw. in Europa. Häufig ist dabei von „dem irren Diktator“ des „letzten kommunistischen Staates“ die Rede, der sein Land so sehr abschottet, dass wir so gut wie nichts darüber wissen könne, wie das Leben der 24 Millionen Menschen in Nordkorea abläuft. Auf der anderen Seite berichten Touristen und „Nordkorea-Experten“ von ihren einmaligen und seltenen Einblicken, auf Grund derer sie dann Schlüsse über das Regime ziehen. Zum Glück für diese Leute, sind ihre Theorien i.d.R. schnell vergessen, denn nach ein bis zwei Jahren stellt sich heraus, wenn man denn recherchiert, dass diese Aussagen nichts mit der Realität zu tun hatten. Warum das so ist, wie man Informationen über Nordkorea erlangen und verifizieren kann und vor allem: Was kann getan werden, um die katastrophale Menschenrechtslage in Nordkorea zu verbessern, dies sind die Aufgaben, die wir uns gestellt haben.

Verifizierte Informationen über Nordkorea?

Die beste Quelle, um etwas über Nordkorea zu erfahren, sind die Bewohner, sie sind in der Kultur und Ideologie aufgewachsen, haben durch ihre Arbeiten tiefe Einblicke in Wirtschaft, Erziehung, Forschung und das „Rechtssystem“. All dies hat niemand, der sich vom Regime in Pjöngjang einladen und das „sozialistische Paradies“ Nordkorea erklären und zeigen lässt, und mancher „Experte“, der auf diese Art seine Informationen sammelt, hat sich schon zum Sprachrohr für die Führung Nordkoreas instrumentalisieren lassen.

Dabei ist es nicht einmal schwer, mit Nordkoreanern ins Gespräch zu kommen, alleine in Südkorea leben mehr als 30.000 Menschen, die aus Nordkorea geflohen sind, Mitglieder aller Klassen und Berufsfelder. Wir sind engagiert diesen Menschen eine Stimme zu geben und dafür zu sorgen, das die Fülle an Informationen über Nordkorea, die sie haben, auch berücksichtigt wird. Denn nur wenn man versteht, wie Nordkorea tatsächlich funktioniert, wie das Regime es schafft, sein Überleben zu sichern und wie das Leben der Menschen in Nordkorea abläuft, nur dann kann man Strategien entwickeln, um die unfassbaren Grausamkeiten dort zu beenden. Zeitglich macht man damit bereits den ersten Schritt zu diesem Ziel: Denn was das Regime unbedingt verhindern möchte, ist dass genau diese Informationen in den Rest der Welt gelangen.

Vortrag von Kim Hyeongsoo an der Universität Trier.
Er war früher Wissenschaftler in Nordkorea und für die bestmögliche Ernährung Kim Jong Ils zuständig.
Vortrag von Jihyun Park in Berlin .
Sie arbeitete früher als Lehrerin in Nordkorea und ist heute bei der EAHRNK in England engagiert.
Ahn Myeung Cheol bei einem Vortrag an der TU Berlin.
Er hat eine Geheimdienstausbildung in Nordkorea gemacht und arbeitete als Wächter eines Gefangenenlagers.
Pak Geum Ok bei Veranstaltung in Berlin, sie wurde mit einem Jahr in ein Lager deportiert und verbrachte dort 21 Jahre.
Cho Chunghui, Vortrag in Berlin.
Er arbeitete 9 Jahre ohne Bezahlung in einer Bauarbeiter-Brigade und später in einem Landwirtschaftskomitee.
Chae Sun Guk, Vortrag Humboldt-Universität
Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Schmuggler an der Grenze zwischen Nordkorea und China.
Rim Il bei unserem Netzwerktreffen 2016
Er wurde vom Regime in Pjöngjang als Arbeiter in den nahen Osten geschickt, sein Gehalt ging größtenteils an das Regime.
Diskussion mit Ahn Myeong Chul (NK Watch) und Kim Young Hwan (NK Net) beim ersten Menschenrechts-Filmfestival zu Nordkorea
Vortrag von Sir Geoffrey Nice (Chefankläger von Milošević) und Dr. Nevenka Tromp (Chefermittlerin gegen Milošević)Postmatinee in Oberwesel (Stiftungssitz GBS) zu Menschenrechten in NordkoreaSide-Event zu Nordkorea bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den HaagBericht einer aus Nordkorea geflüchteten bei der GBS Hochschulgruppe in Berlin (aus Sicherheitsgründen anonym).

Warum sollten wir uns um Menschen in Nordkorea kümmern?

Es wird immer wieder diskutiert, ob man sich in die Belange andere Nationen einmischen darf, soll der muss – aber für uns steht fest: Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Die Überwachungs- und Kontrollmechanismen in Nordkorea sind so effizient, dass es praktisch keinen Widerstand gegen das Regime gab und gibt. Die Menschen in Nordkorea sind auf Hilfe von außen angewiesen, wenn sich ihre Lage verbessern soll.

Gerade Deutschland nimmt hier eine Sonderrolle ein – bzw. könnte sie einnehmen. Zwischen Nordkorea und der Bundesrepublik finden Diplomatischer Dialog, Studentenaustauschprogramme, Hilfsprogramme, Besuche von Delegationen, Gebetsreisen uvm. statt. Durch die frühere Kooperation der DDR und der DVRK besteht sogar noch eine Art schwaches „Vertrauensverhältnis“ zu Deutschland. Dem nordkoreanischen Regime ist sein Ansehen in der internationalen Gemeinschaft keineswegs gleichgültig, die Anerkennung durch andere Länder ein wesentlicher Bestandteil der Außenpolitik Nordkoreas. Die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Nordkorea bieten Chancen und bringen Verantwortung mit.

Hierzu die Eröffnungsrede von Dr. Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, zur „Internationalen Konferenz zu Menschenrechten in Nordkorea“, am 22. April 2017 in Berlin:

„Das Gegenteil von Gut ist gut gemeint…“

Fehleinschätzungen beim Leisten von Humanitärer Hilfe sind besonders im Fall Nordkorea schnell gemacht. Und die Auswirkungen können dabei sowohl für einzelne Menschen verheerend sein, als auch zur Stabilität des Regimes in Pjöngjang beitragen, was sicher von niemandem gewollt ist. Hier gilt es dringend, neue Konzepte zu finden, mit denen sichergestellt werden kann, dass medizinische Hilfe, Nahrungsmittel usw. wirklich bei der Bevölkerung ankommt und nicht vom Regime in Pjöngjang missbraucht wird, um die kleine Oberschicht des Landes durch eine Anhebung ihres Lebensstandards an die Führung zu binden, während das Volk länger hungert. In der Vergangenheit ist das leider öfter schiefgegangen, zu oft hat man die Manipulationsfähigkeit des Regimes unterschätzt.